Zur Person
Elektronik, die einen Kryostaten auf 80 Kelvin hält, verzeiht keinen Fehler.
Wie viele Fehler kann sich Ihre Elektronik leisten?
MICADO am ELT, Workpackage Manager Cryogenic Control System. Kryostat auf 80 K, Schaltschrank höchstens 1,5 K über Raumtemperatur. Kryogener Kabelbaum, Sensorik und Vakuumdurchführung.
Haeuser et al., Proc. SPIE 10702 (2018). DOI 10.1117/12.2312048
Genau solche Elektronik hat Dr. Marco Häuser gebaut: Instrumente für Forschung und Teleskope, die im Vakuum und bei kryogenen Temperaturen laufen. An sie hält nach dem Einbau niemand mehr einen Lötkolben. Dort lernt man, was ein Layout leisten muss, damit es beim ersten Anlauf funktioniert. Die Promotion entstand am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik in Garching.
Angefangen hat er an der Reparaturbank eines der größten EMS-Dienstleister Bayerns, mit fremden Fehlern und einer Entlötpumpe. Dazwischen liegen Jahre in der Messelektronik, ein Physikstudium an der LMU München und 2019 die Promotion. Aus der Fertigung kommt der Blick für Bestückbarkeit, aus der Forschung die Sorgfalt bei empfindlichen Signalen. Beides steckt in jedem Layout, das MHD abgibt.
Fünf Jahre war er Head of Electronics bei LUMA Vision, vom Proof of Concept bis zur FDA-Zulassung eines Medizinprodukts. Aus dieser Zeit stammt die Zahl, an der sich MHD messen lässt: 84 Prozent der Baugruppen funktionieren beim ersten Aufbau, kleine Korrekturen mit Fädeldraht eingerechnet, 98 Prozent beim zweiten. Seit 2013 sind so über 200 Projekte für mehr als 60 Kunden entstanden.
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Menschen weltweit haben das ZED Level IV des FED abgeschlossen (Stand März 2025). Dr. Häuser ist einer davon.